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Selbstexperiment: Sarah isst 1 Monat vegan

Wollt ihr als Fleischesser auch einmal für Gesprächsstoff in eurem sozialen Umfeld sorgen? Dann verkündet einfach, dass ihr euch nun einen Monat vegan ernähren möchtet. "Wie jetzt? Wieso machst du DAS denn? Das ist doch voll ungesund." Ja so reagierten eigentlich die meisten meiner Mitmenschen auf diese Tatsache. Zunächst einmal vorweg: Nein, ich bin nicht verrückt geworden und ja, ich erfreue mich bester geistiger und körperlicher Gesundheit.

Ich muss sagen, die Reaktionen waren größtenteils äußerst - wie soll ich es nett ausdrücken - nennen wir es einmal ernüchternd. Ich wusste nicht, dass es teils noch so viele Menschen mit Vorurteilen gibt. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Mein Freund (ein überzeugter Fleischliebhaber) hat zu meinem eigenen Erstaunen überraschend neutral reagiert und hat sich sogar dazu bereiterklärt mitzuessen (mal sehen, wie lange). Großteils gibt es aber eigentlich nur 2 Meinungen: die einen finden es total super und die anderen finden es, wenn ich das hier mal so sagen darf, scheiße. 

 

Homosexuelle, Veganer oder Ausländer? Ganz ehrlich? Es ist mir piepegal woher du kommst, woher du bist oder wie du lebst - ich behandle dich wie jeden anderen auch. Vorurteile und Schubladendenken sind schlicht und einfach nicht mehr zeitgemäß und mittlerweile sollte diese Tatsache auch bis in die kleinsten Dörfer vorgedrungen sein. Falls nicht, hoffe ich, dass dieser Artikel ein bisschen dazu beiträgt. Entschuldigt meinen kurzen Ausflug in die Welt der Vorurteile und Stereotypen aber das musste ich einmal loswerden. Leben und leben lassen.

"Wieso machst du DAS denn?"

Ganz ehrlich? Weil ich Lust dazu habe. Und ihr überraschenderweise auch, denn bei meiner Umfrage, die ich letzte Woche gestartet habe zu den Blog-Themen, die euch interessieren, waren die Experimente mit Abstand auf Platz 1. (Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal für eure zahlreichen Antworten.)

 

Natürlich habe ich mich mit diesem Thema jetzt sehr intensiv auseinandergesetzt, habe auch sehr viel darüber gelesen und mich in veganen Facebook-Gruppen herumgetrieben. Das vegane Leben beschränkt sich ja nicht nur auf das Essen, sondern auch auf die Kleidung, Kosmetik, Shampoo, Möbel etc. Wie vielfältig, nachhaltig und originell man diesen Alltag gestalten kann habe ich gestern auf der Veganmania Indoor, eine Art "Messe" für Veganer, gesehen. Taschen aus Kork (die sahen echt wow aus), nachhaltige Menstruationstassen und vieles mehr gab es dort zu sehen (Bilder gibts gleich weiter unten).

 

Die Beweggründe, vegan zu leben sind vielfältig: Tierschutz, Umwelt, Nachhaltigkeit, Gesundheit usw. Die meisten werden sich hier denken: Diese Veganer müssen es auch übertreiben. Auch ich habe mich eigentlich nie damit auseinandersetzen wollen aber es ist eine schlichte Tatsache, dass Tiere oft qualvoll dafür leiden müssen, damit wir unsere superneuen Lederschuhe tragen und unser saftiges Steak essen können.

 

Ich habe mittlerweile den Bezug dazu verloren, was eigentlich täglich auf meinem Teller liegt. Damit meine ich nicht nur explizit Fleisch (ich bin gar nicht so die Fleischesserin) sondern auch z.B. Milch und Eier. Ich habe irgendwie das Bewusstsein dafür verloren, dass das Ei, das auf meinem Teller liegt, vorher von einer Henne gelegt werden musste. 

 

Diese Gründe und einfach meine Neugier haben mich dazu bewogen, mich ab morgen für ein Monat von allen tierischen Produkten ernährungstechnisch fernzuhalten.

"Aber das ist doch total ungesund."

Zugegeben, das hat mir auch kurz Sorgen bereitet, deswegen habe ich auch gründlich recherchiert. Meine Sorge war diesbezüglich eigentlich fast unbegründet. Kalziummangel lässt sich zum Beispiel durch grünes Gemüse, Nüsse oder auch durch kalziumhaltiges Mineralwasser vermeiden. Und auch Proteine liefern nicht nur ein Eier, sondern auch Kartoffeln, Soja, Hülsenfrüchte usw. Für die Eisenversorgung sorgen z.B. Kürbiskerne, Sesam, Quinoa und auch Kurkuma. Man braucht sich also keine Sorgen um mich machen.

 

(Einzig und allein am Vitamin B12 scheiden sich die Geister. Aber was ich herauslesen konnte ist, dass man - um sicher zu gehen - hier ein Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen soll, wenn man sich endgültig für eine vegane Lebensweise entscheidet.)

Wie läuft das jetzt ab?

Ab morgen, Montag, meide ich 4 Wochen lang alle Nahrungsmittel mit tierischem Ursprung. Ich halte euch diesbezüglich alle 7 Tage mit einem Blogartikel auf dem Laufenden und nach den 4 Wochen gibt es dann noch einmal ein detailliertes Fazit. Zwischendurch werdet ihr auch sicherlich einige meiner Lieblingsrezepte kennenlernen, ich werde hier eine Unterkategorie "Vegane Rezepte" in meiner Food-Sparte für euch einrichten.

Auf Instagram zeige ich euch vor allem in meiner Story, was ich täglich so esse - also Folgen lohnt sich.

 

Wohin mich dieses vegane Monat führen wird, weiß ich nicht aber wie versprochen werde ich versuchen, euch so genau wie möglich auf dem Laufenden zu halten und euch zu berichten. 

 

 

Was haltet ihr denn davon? Habe ich vielleicht einige vegane Leser hier, die mir vielleicht ein paar Tipps und Tricks verraten möchten? Oder aber habt ihr so ein Experiment schon mal selbst durchgeführt? Gerne könnt ihr unten einen Kommentar hinterlassen.

 

Aber zuerst gibts hier noch meine Bilder der Veganmania in der Stadthalle gestern, zu der mich mein Schatz begleitet hat, zu sehen (vor allem die wunderschönen Korktaschen!). Viel Spaß beim Anschauen!

 

Eure Sarah :)

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Kommentare: 5
  • #1

    Marlene (Dienstag, 28 Februar 2017 11:15)

    Ich kenn das, mich verurteilen auch sehr viele :) aber ich hab mich dran gewöhnt und bin jetzt mein 3. Monat vegan. Mein Tipp sind DariaDaria und Anna Laura Kummer �

  • #2

    Melanie (Dienstag, 28 Februar 2017 13:11)

    Hallihallo,
    ich find es echt toll, dass du dem Ganzen eine Chance gibst! Viele gehen ja direkt mit der Einstellung darauf zu, dass sie das "nie könnten" - obwohl sie es ja nie probiert haben!
    Ich wünsch dir ganz ganz viel Erfolg und Freude daran, ich finde, man kann da echt viel dazulernen und mitnehmen :) Ich freu mich schon auf die kommenden Beiträge über dein Selbstexperiment!
    Wenn du etwas brauchst, kannst du dich übrigens gerne bei mir melden ;-)
    Ganz liebe Grüße!
    xx Melanie

  • #3

    Denise (Dienstag, 28 Februar 2017 13:18)

    Ich hoffe mal du hast jetzt nicht auch alle deine Möbel über die Häuser geschmissen? :D Nein, Spaß bei Seite. Also du hast meinen größen Respekt-ich glaube ich würde es trotz alle der guten Aspekte die dafür sprechen, einfach nicht schaffen wirklich komplett vegan zu essen (da denke ich noch nicht mal weiter an all das Drum herum :S )
    Ich bin schon sehr gespannt wie es dir mit deinem Experiment ergeht!

    Viele Grüße
    Denise von
    https://lovelifebloggerlife.blogspot.co.at/

  • #4

    Livia (Dienstag, 28 Februar 2017 13:24)

    Liebe Sarah,
    ich bin gespannt auf deine vegane Reise :)
    Ich habe vor ziemlich genau einem Jahr mit einer "vegan Challenge" angefangen. Mittlerweile lebe ich vegetarisch, da es mir mit dem komplett vegan leben doch nicht so leicht gefallen ist. Aber ich sage dir eins, auch jetzt nach einem Jahr höre ich fast täglich "Wie, du isst kein Fleisch?"
    Selbst meine Eltern begrüßen mich mit "Wollen wir heute Steak essen?" wenn ich sie besuchen fahre.
    Aber das überhöre ich mittlerweile. Ich bin mit meiner Wahl sehr zufrieden und das ist die Hauptsache :)

    Liebe Grüße
    Livia von
    https://matrosenmaedchenkocht.blogspot.de

  • #5

    Lena (Dienstag, 28 Februar 2017 21:45)

    Oh man, allein die Frage »Wieso machst du das?« >< am Besten einfach zurück fragen: »Warum isst du denn Fleisch?« Die Argumente aus Seiten der Fleischesser sind IMMER schwächer, als die auf Seiten der Veganer.
    Ich bin auch immer überrascht, wie Menschen teils reagieren, nur weil ich sage, ich versuche mich MÖGLICHST vegan zu ernähren. Da drehen schon alle am Rad. Ich kann's nicht verstehen, wie die Leute da so reagieren können ... *augen.roll*
    Finds toll, dass du das ausprobierst!!! :)

    LG Lena