New York Tag 7: 9/11 Memorial Museum & Oculus

Oculus
Oculus

Am unserem 7. Tag in New York regnete es fast den ganzen Tag, perfekt für einen Museumsbesuch. Wir haben uns das 9/11 Memorial Museum ausgesucht, haben den angrenzenden Bahnhof besichtigt und waren Souvenirs shoppen.

Oculus und One Word Trade Center

Wenn man aus der U-Bahn hinausgeht, befindet man sich direkt im neuen Bahnhof beim World Trade Center. Die Haupthalle, genannt Oculus, wurde erst letztes Jahr eröffnet. Das futuristische Design ganz in weiß lässt einen sofort einmal staunen und auch die vielen Restaurants und Shops laden zum Bleiben ein. Das Oculus bzw. der ganze Bahnhof ist meiner Meinung nach, ein architektonisches Meisterwerk. Dieser hatte natürlich auch seinen Preis, bei seiner Eröffnung war es der teuerste Bahnhof der jemals errichtet wurde. 

Wir gingen auf der anderen Seite des Oculus wieder hinaus und standen so direkt vor dem neuen One World Trade Center, welches auch ein Meisterwerk für sich ist.

Beeindruckend, oder? Es ist das höchste Gebäude der USA und das sechsthöchste Gebäude der Welt. Ich habe es ja schon vom Empire State Building aus gesehen und wir sind auch schon vorbei gefahren aber wenn man davor steht wirkt es noch imposanter. Das spiegelnde Design ist einfach einzigartig und hebt sich komplett von der Skyline ab, wirklich sehenswert. In den oberen Etagen befindet sich ein Restaurant (welches, wie ich öfters schon gelesen habe, viel zu überbewertet wird) und eine Aussichtsplattform. Diese haben wir aus zeitlichen Gründen nicht besucht, außerdem waren wir ja schon am Empire State Building und am letzten Tag kommt noch eine weitere Aussichtsplattform dazu. Nachholen werden wir das aber sich einmal.

9/11 Memorial Museum

Wenn man das Ocolus verlässt, hat man genau diesen Blick auf das Museum (links davon ist das oben erwähnte One World Trade Center). Es war ein Museum, dass ich unbedingt besuchen wollte und mir sehr am Herzen lag. Obwohl ich erst 5 Jahre alt war, weiß ich noch ganz genau was ich gemacht habe und wo ich war als die 2 Türme des damaligen World Trade Centers im Jahr 2001 zerstört wurden. Dieser Anschlag beschäftigte die ganze Welt und seit diesem Tag ist nichts mehr wie es war, vor allem auch sicherheitstechnisch. Obwohl ich es anfangs seltsam fand aus diesem grauenvollen Attentat eine Art "Sehenswürdigkeit" zu machen und damit Geld zu verdienen, bin ich jetzt sehr wohl anderer Meinung, mehr dazu gleich.

Ich habe mit dem Handy nur ein oder zwei Bilder gemacht (für meine persönliche Erinnerung), einfach weil ich aus Respekt dort nicht meine Kamera hinausnehmen wollte, obwohl Fotos (bis auf einige Bereiche) durchaus erlaubt waren. Ich persönlich fand es unpassend, und vor allem als jemand vor einer Flagge aus Vermisstenanzeigen der Opfer ein Selfie machte fühlte ich mich in meiner Annahme komplett bestätigt, es war einfach dumm und geschmacklos. Deshalb habe ich mich gegen Fotos und für das bewusste Miterleben entschieden.

Wir hatten ja den Explorer Pass und zunächst dachten wir, dass wir das 9/11 Museum extra zahlen müssen, aber wir hatten Glück, denn einen Tag zuvor habe ich nur durch Zufall gelesen, dass das Museum ab 1. August inkludiert war. Das war sehr hilfreich, denn wir konnten die lange Schlange komplett umgehen und sofort hinein, was toll war denn es schüttete ja.

 

Zu Beginn wird (wie in fast allen großen Sehenswürdigkeiten) wie am Flughafen kontrolliert und große Rucksäcke müssen abgegeben werden. Das geht sehr flott und schon ist man auch schon im Eingangsbereich. Dort wird man dann darauf hingewiesen, dass man sich einen Audioguide nehmen kann (ich kann es nicht mehr genau sagen, aber jeweils kostete er 8 oder 9$). Tipp: Nehmt euch diesen Guide nicht, denn es gibt eine App, die genau dasselbe kann wie der Audioguide, der übrigens nur aus einem iPhone besteht auf dem diese App schon hinuntergeladen ist (totale Abzocke eigentlich). Jeder der ein Smartphone (egal ob Android oder Apple) und Kopfhörer besitzt kann sich auf seinem Smartphone den Audioguide selbst davor oder im Museum herunterladen (es gibt WLAN).

Dann ist man auch schon am Beginn des Museums angelangt. Ich möchte auf die Details nicht genau eingehen, das würde nämlich den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Ein paar Dinge möchte ich dennoch dazu sagen.

Das Museum befindet sich fast komplett unterirdisch, genau dort wo die Tower früher standen. Die originalen Stahlträger können dort betrachtet werden und somit der genaue Umriss der Türme. Es befinden sich wirklich außergewöhnlich viele gut erhaltene Dinge und Erinnerungsstücke im Museum, die alle eine eigene Geschichte erzählen. Es gibt auch einen Raum, der nur den (fast 3000!) Opfern dieser Katastrophe gewidmet ist und in dem auch ich einige Tränen vergossen habe.

 

In der Hauptausstellung, in der wir fast über eine Stunde waren, findet man die Vorgeschichte, den Ablauf und die Zeit nach dem Anschlag sehr detailliert erklärt und mit Bildern und Videos unterstützt. Ich fand diesen Teil des Museums besonders ergreifend, da hier auch viele Originalaufnahmen des Attentats abgespielt werden. Eine Aufnahme einer Frau hat mich besonders traurig gemacht. Sie ruft ihren Mann aus einem der entführten Flugzeuge an, bevor es in den Turm kracht. Sie sagt ihm, dass sie ihn liebt und dass er ihrer Familie ausrichten soll dass sie sehr dankbar für alles ist und auch sie sehr liebt. Ein Moment, den ich nie wieder vergessen werde, ich hatte Gänsehaut und mir kullerten die Tränen nur so hinunter.

 

Meine Meinung hat sich am Ende unseres Besuchs komplett geändert. Ich fand es sehr respektvoll, ergreifend und informativ. Es gibt viele Hintergrundinformationen, ich war aber wirklich überrascht wie umfangreich diese waren, man kann mehrere Stunden dort verbringen. Tipp: Ich würde aber (vor allem im Sommer) immer eine Weste oder Jacke mitnehmen bzw. auch eine lange Hose anziehen, es war wirklich sehr kalt im Museum - so wie in fast allen Museen in New York.

 

Man kann sich darüber streiten, ob es richtig war, aus diesem Ort ein Museum zu errichten. Aber für die New Yorker war dieser Angriff ein extrem harter Schlag und das ist ihre Antwort darauf. Mit dem Museum zollen sie den Opfern Respekt, geben den Hinterbliebenen einen Ort zum Trauern und mit dem einzigartigen One World Trade Center zeigen die New Yorker den Attentätern dieser Welt den Mittelfinger. 

9/11 Memorial

Vor dem Museum und somit direkt am ehemaligen Standort der 2 Türme des World Trade Centers befindet sich jeweils ein Brunnen an dessen Ränder die Namen aller Opfer eingraviert sind. Das 9/11 Memorial ist ein schönes und stilvolles Andenken und ein Ort zum Nachdenken. Vor allem das Wetter war an diesem Tag passend. Am Abend ist es beleuchtet, dass muss ich mir beim nächsten Mal unbedingt ansehen.

Souvenirs

Nach diesem eher traurigen Start in den Tag, beschlossen wir endlich einmal Souvenirs zu kaufen. Wir machten uns auf den Weg nach Chinatown, wo ich gelesen hatte, dass die Souvenirs deutlich billiger sein sollten. Ich persönlich hatte mit viel mehr Souvenir-Shops in Manhattan gerechnet aber tatsächlich fand ich die meisten nur rund um den Times Square. Vor allem war es dort sehr teuer und die Qualität noch dazu sehr mies.

In Chinatown wurden wir zwar fündig und man kommt dort wirklich billiger weg, vor Allem weil man Handeln kann. Die Qualität und immer dieselbe Auswahl lässt aber auch hier zu wünschen übrig und deshalb nahmen wir nur Magnete und 3 Nachbildungen unserer Lieblingsgebäude mit. Halb so schlimm, wir sind ohnehin nicht die großen Souvenir-Liebhaber und haben viele andere Erinnerungsstücke mitgenommen.

Macy's: Michael Kors

Was wäre denn ein regnerischer Shopping-Tag ohne Macy's? Wir waren ja schon an Tag 3 am Herald Square im Macy's und da habe ich schon etwas ins Auge gefasst, wollte jedoch noch das Woodbury Outlet abwarten. Wie ihr dort nachlesen könnt, wurde ich dort bei Michael Kors nicht fündig, deshalb habe ich mich dann für die Tasche im Macy's entschieden. Sie war um 60% heruntergesetzt und kostete somit statt den ursprünglichen 250$ umgerechnet nur mehr ca. 95€.

Ich, als kleine Taschen-Fetischistin, habe mich natürlich extrem darüber gefreut. Das war jetzt jedoch schon meine 3. Tasche, die ich in New York gekauft habe und deshalb musste ich mich nun ein bisschen zügeln. Später an diesem regnerischen Tag wurde ich noch bei Hollister fündig, denn die Hosen dort liebe ich. Und als ich sah, dass dort im Sale eine Hose umgerechnet 13€ kostet (zum Vergleich: bei uns kostet sie 50€) musste ich zuschlagen.

 

Abends statteten wir McDoof noch einen Besuch ab, der übrigens wesentlich teurer in New York ist. Am nächsten und somit bereits 8. Tag haben wir spontan etwas wirklich total Cooles erlebt, aber mehr dazu im nächsten Artikel. Bis bald!

 

Eure Sarah :)

 

 

Alle New York-Beiträge findet ihr hier.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0