· 

New York im Winter Teil 1: Weihnachtszeit, Silvester & Verlobung

Spät aber doch gibt es endlich meinen ersten Beitrag zu New York City im Winter. Es wird 2 Teile geben, da ich mir bei New York-Beiträgen sehr schwer tue, mich kurz zu fassen. Wie ihr schon im Titel lesen könnt, waren die Tage, die wir über Silvester in New York verbracht haben nicht nur traumhaft, sondern David hat es mit seinem Antrag auch noch zu einem unvergesslichen Aufenthalt gemacht, den ich wohl nie vergessen werde, mehr dazu natürlich später.

Sei es auf diesem Blog hier oder wenn man einfach mit mir redet und mich kennt - ich glaube, man merkt, wie sehr mich New York City in seinen Bann gezogen hat. David und ich besuchten meine Lieblingsstadt bereits im Sommer 2017. Meine ausführlichen Beiträge dazu findet ihr in meinem New York Diary, indem ich jedem Tag einen Beitrag  gewidmet und diesen dann mit vielen Tipps gefüllt habe - unbedingt vorbeischauen, falls du das noch nicht gemacht hast.

 

Nach diesen atemberaubenden 10 Tagen, war es nur eine Frage der Zeit, wann ich wieder in den Big Apple kommen würde und im Dezember 2018 war es dann endlich so weit. Wir beschlossen, Silvester dort zu verbringen und waren gespannt, wie denn New York City im Winter sein würde und die Stadt hat mich wie erwartet, wieder einmal komplett umgehauen.

 

In beiden Beträgen werde ich mich den Highlights unserer diesjährigen Reise widmen, wobei wir nicht unbedingt Sehenswürdigkeiten abgeklappert haben, sondern auch viel herumgeschlendert sind und uns haben treiben lassen. In New York kann man an jeder Ecke etwas Neues entdecken und es ist nie langweilig, deshalb gehen wir vor Allem in Manhattan viel zu Fuß, was ich auch jedem empfehlen würde. 

 

Ich hoffe, ihr habt viel Spaß beim Lesen und könnt wieder viele Tipps für euch mitnehmen. 

Sarah & New York City, eine Liebesgeschichte.

Nicht viele Menschen verstehen, wie man eine Stadt so sehr mögen kann und dass man in so "kurzer" Zeit gleich 2 Mal in dieselbe Stadt fliegt und monatelang dafür spart. Ihr werdet merken, dass meine Blogposts über New York anders sind, als die anderen, weil sie voll mit Gefühlen, Faszination und Herzblut sind.

 

Ich erkläre es immer so, dass New York und ich irgendwie eine mystische Verbindung haben. Es ist wie die Liebe: schwer zu erklären und kaum in Worte zu fassen. Diese Stadt übt so eine Faszination auf mich aus, wie sonst kein anderer Ort dieser Welt. Ich kam mir, selbst bei meinem ersten Aufenthalt dort, nicht wie eine Touristin vor, was sicher sehr seltsam klingt. Noch nie habe ich mich, außer in meiner Heimat in Österreich, so wohl an einem Ort gefühlt. Es ist, als hätte ich in einem früheren Leben einmal hier gewohnt und weiß Gott - ich glaube nicht an diese Dinge. 

 

Wenn ich so durch die Straßen schlendere, versuche ich jeden Moment in mir aufzusaugen und zu genießen, um ihn dann später, wenn ich wieder zu Hause bin, wieder abrufen zu können. Und deshalb kann ich mich auch so gut daran erinnern, wann mein Gehirn endlich kurz zur Ruhe kam und nach der Ankunfts-Hektik verstanden hat, dass ich wieder in meiner Lieblingsstadt war. 

 

Wir kamen im Hotel an, es war bereits dunkel und wir machten uns auf den Weg zu Whole Foods zum Columbus Circle, weil wir hungrig waren. Als wir vor dem Columbus Circle standen, mit all den Lichtern rund um den Kreisverkehr auf den Bäumen und den gelben Taxis, blieb ich kurz stehen, um innezuhalten. In dem Moment war ich so mit Glück und Freude erfüllt und war einfach nur froh, es endlich wieder hierher geschafft zu haben.

Flug, Anfahrt und Hotel Ameritania

Beim ersten Flug nach New York hatten David und ich einen kurzen Zwischenstopp in London, was zwar um einiges billiger war, sich aber beim Rückflug dann doch als anstrengend erwies.  Wir beschlossen deshalb diesmal einen Nonstop-Flug mit Austrian Airlines zu buchen und waren vollends zufrieden: das Essen, das Personal, der Flug und die Bordunterhaltung waren top. 

 

Wir landeten dieses Mal am Flughafen Newark in New Jersey und entschieden uns, den New York Liberty Airport Express Bus nach Manhattan zu nehmen, denn wir wollten nicht umsteigen und eigentlich braucht man nur ca. 30 Minuten nach Manhattan. Eigentlich. Im Endeffekt dauerte es 2 Stunden, der New Yorker Verkehr halt. Also gibt es an dieser Stelle meinen ersten Tipp: Am günstigsten und schnellsten ist man mit dem Air Train und anschließend mit dem NJ Transit in Manhattan, ein Ticket kostet ca. 15 Dollar und man spart sich den Verkehr.

 

Zu Gast waren wir diesmal im Hotel Ameritania in der Nähe vom Times Square in der 54. Straße 230 W, in einer Seitenstraße vom Broadway. Die Lage war optimal und sehr zentral. Man spaziert nur ungefähr 5 Minuten zum Times Square und auch eine Subway-Station ist gleich in der Nähe. Für diese tolle Lage war der Lärmpegel im Zimmer echt erträglich, wobei es an Silvester sogar sehr ruhig war, weil wir so nah am Geschehen waren, dass unsere Straße komplett gesperrt war.

 

Die Zimmer und die Ausstattung waren wirklich angemessen, es war modern und vor allem sauber, was mir sehr wichtig ist. Die Zimmergröße hat uns positiv überrascht, da wir bei unserer letzten New York-Reise im Hudson Hotel ein Mini-Zimmer hatten. Für New Yorker Verhältnisse fand ich das Zimmer richtig groß und auch das Personal war sehr zuvorkommend. Ich würde es wieder buchen.

Tag 1

Jersey Gardens Outlet

Bei unserer ersten Reise nach New York City haben wir uns zum Shoppen für das Woodbury Outlet entschieden und waren nicht allzu begeistert davon. Dort findet man eher die Luxus-Marken und deshalb haben wir dort nicht viel gefunden.

 

Gleich am 1. "vollen" Tag in New York, das war ein Tag vor Silvester, haben wir uns entschieden in das Jersey Gardens Outlet in New Jersey zu fahren. Ich hatte nur eine Jacke mit, die eigentlich auch nicht die wärmste war, und mein Ziel war, mir dort eine neue dicke Jacke zu kaufen. Man hört ja immer von den kalten Wintermonaten in New York und dafür wollte ich natürlich gewappnet sein - unnötig, wie sich herausstellte, da es nämlich während unseres Aufenthalts sehr mild war.

 

Wir fuhren gleich morgens los, so dass wir ankamen, wenn das Outlet aufsperrte. Vom Port Authority Bus Terminal fahren die Linien 111 und 115 direkt nach New Jersey ins Outlet, ein Ticket kostet derzeit 7 Dollar pro Weg und Person. Wir waren innerhalb von 20 Minuten im Outlet, was uns sehr überraschte, denn der Flughafen war ganz in der Nähe und am Vortag fuhren wir ganze 2 Stunden mit dem Bus nach Manhattan. Man muss also nur die richtige Zeit erwischen.

 

Nun aber zu den richtig wichtigen Infos dieses Ausflugs. Wir haben uns im Jersey Gardens Outlet sehr wohl gefühlt. Es war alles indoor, also ein riesiges Einkaufszentrum voll mit Sale-Artikeln. Im Gegensatz zu Woodbury gibt es hier vorwiegend die "leistbaren" Lifestyle-Marken wie Hollister, Abercrombie, ein H&M-Outlet, Guess, Nike, Victoria´s Secret und alles was das Herz begehrt. Mit Mittagessen und Allem haben wir hier einige Stunden verbracht und auch viel gekauft Insgesamt ist das Outlet also sehr zu empfehlen.

Angelo´s Pizza - 1697 Broadway

An unserem zweiten Abend in New York fanden wir gleich unser neues Lieblingslokal. Wir hatten Lust auf Italienisch und gaben in die Google-Suche ein, wo in der Nähe unseres Hotels gute italienische Restaurants waren und es zeigte uns an, dass es ungefähr 20 Schritte von unserem Hotel entfernt einen sehr guten Italiener gab. Das Angelo´s ist von außen sehr unscheinbar, weshalb wir es ja auch nicht bemerkten. Es war innen aber total schön dekoriert und das Personal war sehr freundlich. Wir waren uns beide einig, dass wir in Österreich noch nie so eine gute Pizza gegessen haben und besuchten es sogar ein zweites Mal während unseres Aufenthalts.

2. Tag - Silvester

Weihnachtsstimmung in Midtown

An Silvester haben wir uns tagsüber die Weihnachts-Dekorationen in Midtown und natürlich den Rockefeller-Baum angesehen. Ach, dieser Baum. Die Stimmung dort war so traumhaft, wie in einem Film. Um schöne Bilder machen zu können, sind wir ganz früh aufgestanden, damit so wenig Menschen wie möglich da sind, um einige schöne Momente festzuhalten. Das Aufstehen hat sich wirklich gelohnt...

Im Laufe unserer Reise waren wir natürlich auch tagsüber beim Rockefeller-Baum und haben das Treiben an der Ice Rink beobachtet. Es war schon fast surreal, denn man kennt diesen Ort von so vielen Filmen, Fotos und Videos aber alles live zu sehen ist einfach unbeschreiblich.

Wenn man in Midtown und an der Fifth Avenue entlang spaziert, kommt man aus dem Staunen eigentlich gar nicht mehr heraus und sogar ein NYPD-Auto haben wir "verkleidet" entdeckt. Amerika ist halt eine etwas andere Nummer als Österreich, was Weihnachtsdekoration betrifft.

Und natürlich darf einer der schönsten Bäume in New York nicht fehlen, nämlich jener beim New York Palace Hotel an der Madison Avenue, welches vor allem bekannt aus der Serie Gossip Girl ist. Wie ihr vielleicht aus einem meiner älteren New York-Artikel wisst, in dem es um eine Gossip Girl-Bustour geht, bin ich großer Fan von dieser Serie und deshalb war es für mich richtig magisch dort zu stehen und sich vorzustellen wie Serena, Blair & Co hier immer hin- und her spazierten.

Silvester-Abend

Wenn ihr jetzt auf klassische Tipps und Bilder von Feuerwerken hofft, dann muss ich euch an dieser Stelle leider enttäuschen. Der Silvester-Abend ist komplett anders verlaufen als geplant, er wurde aber viel besser als ich es je hätte planen können.

 

Aber fangen wir von vorne an: In Manhattan ist es zu Silvester nicht wie bei uns, wo jeder private Haushalt Feuerwerkskörper kaufen und schießen kann, sondern hier gelten diesbezüglich sehr strenge Vorschriften. Das einzige Feuerwerk in Manhattan gibt es im Central Park und es wird auch eines von einem Lastkahn aus geschossen, der zwischen Liberty Island und der Freiheitsstatue anliegt.

 

Neben dem Anschauen des Feuerwerks sind Bootstouren, bei der man sich das Feuerwerk vom Wasser aus ansehen kann, bei Touristen sehr beliebt - die uns aber viel zu teuer waren. Viele, vor allem auch Einheimische, besuchen eine der unzähligen Indoor-Parties am Silvesterabend, wo meist der berühmte Ball Drop gezeigt wird. Konzentriert findet man die Menschenmengen aber natürlich am Times Square, wo es um 00:00 den Ball Drop live zu sehen gibt und was ich eigentlich vermeiden wollte. Naja, meistens kommt es eben anders, als man denkt.

 

Es ist ein ganz anderes Feeling an Silvester durch die Stadt zu laufen, vor allem rund um den Times Square. Es sind enorm viele Polizisten unterwegs, alles ist abgesperrt und auf den Straßen sieht man so viele Menschen wie sonst nie. 

Zurück zu unserer Story: Ich liebe Feuerwerke und wollte unbedingt in den Central Park, um mir dieses Spektakel anzuschauen, immerhin waren wir ja nicht ohne Grund an Silvester in New York. Leider machte uns an dieser Stelle das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Während unseres Aufenthalts war es wirklich äußerst mild für diese Jahreszeit und so auch an Silvester. Es waren um die 12-15 Grad und tagsüber waren wir auch von Regen verschont. Tagsüber. Gegen 18 Uhr begann es allmählich zu regnen und man sah mir die Anspannung deutlich an. Ich kam mir ein bisschen vor wie eine Braut, an deren Hochzeitstag ein Tornado wütete, denn ungefähr so sehr hatte ich mich auf diesen Tag gefreut.

 

David war äußerst entspannt, versuchte mich zu beruhigen und sagte mir, dass wir erst einmal abwarten sollen. Ich, Schwarzseherin und Realistin, musste fast schon meine Tränen zurückhalten, weil ich förmlich sehen konnte, wie meine Planung dieses Abends den Bach runter ging. 

 

Gegen 20 Uhr wurde der Regen immer stärker und meine Hoffnung, das Feuerwerk doch noch sehen zu können, starb langsam vor sich hin. Kurz darauf beschlossen wir, noch etwas essen zu gehen und dann kurzfristig zu entscheiden, ob wir uns ins Freie wagen. Als wir am Weg ins Restaurant trotz Regenschirm, so stark durchnässt waren, starb in mir auch das letzte Fünkchen Hoffnung das Feuerwerk zu sehen. Da es eigentlich immer stärker wurde und auch der Wind ging, beschlossen wir, nicht in den Central Park zu gehen. Wir hatten keine Gummistiefel und selbst wenn, wären wir mit Taschenkontrollen etc. innerhalb von Minuten komplett nass gewesen und das Risiko, die restlichen Tage dann krank im Bett zu liegen, wollten wir nicht eingehen.

 

Wir bekamen glücklicherweise den letzten Tisch bei einem Italiener - da Tommaso in 903 8th Ave - aßen dort richtig gut zu Abend und David versuchte mich aufzumuntern. Wir waren schließlich beisammen und das war alles was zählte aber natürlich ist es ärgerlich, wenn man genau zu Silvester in New York ist und die Pläne dann einfach so über den Haufen geworfen werden. Nichtsdestotrotz war das Essen sehr schön und gemütlich und wir haben das Beste daraus gemacht. 

Kurz vor 22 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Weg ins Hotelzimmer. Dort pitschnass angekommen, sahen wir uns die Show vom Times Square im Fernsehen an, was ich ja eigentlich gar nicht wollte. Ich finde den Balldrop nämlich nicht sonderlich spannend im Vergleich zum Feuerwerk und verstehe nach wie vor nicht, wieso sich dort fast eine Million Menschen schon am Vormittag versammelt haben, um darauf zu warten, dass um 00:00 ein Ball runterfällt. Am Times Square - und generell auf offener Straße - ist Alkohol verboten und auch das Verlassen der Absperrung, um beispielsweise aufs WC zu gehen ist ab Nachmittag nicht gestattet beziehungsweise kommt man dann hinter die Absperrung nicht mehr hinein. Das heißt entweder man hat eine riesige Blase oder eine Windel an.

 

Unser Hotel lag ziemlich nah am Times Square in einer Seitengasse vom Broadway, weshalb die Straße unseres Hotels auch abgesperrt war. Am Broadway neben dem Eingang unseres Hotels war auch eine der vielen abgesperrten Public Viewing-Plätze eingerichtet. Nachdem wir uns noch einen Cocktail in der Hotelbar gönnten, begaben wir uns gegen 23:30 Uhr auf die Straße direkt vor unserem Hotel, denn von dort aus sahen wir den Bildschirm gut. Den Ball Drop anzuschauen war zwar das letzte, was ich eigentlich vorgehabt hätte aber man nimmt was man kriegt. 

 

Als ob der Abend nicht schon genug in Mitleidenschaft gezogen wurde, beschlossen die Polizisten kurzerhand, die Menschen, die nicht in der Absperrung vom Broadway waren und nur seitlich zum Bildschirm sahen, so wie wir, von der Straße zu verbannen und schrien herum, dass wir alle um den Block gehen und dann in den abgesperrten Bereich am Broadway gehen sollten. Die Begründung war, dass die Seitenstraße frei sein musste, was unlogisch war, denn die war sowieso abgesperrt. Dies passierte ungefähr 10 Minuten vor 00:00. Ich dachte in dem Moment wirklich, was ich denn so Schlimmes getan haben musste, um so einen Chaos-Silvesterabend zu verdienen. 

 

Einmal um den Block gegangen, es war ca. 23:55, sahen wir, dass eine Schlange vor der Taschenkontrolle vor dem abgesperrten Bereich war. Geknickt und nass gingen wir im Regen zurück zum Hotel, wo die Polizisten es mittlerweile aufgegeben hatten und die Menschenmenge in der Seitengasse nun doch duldete.  Gerade rechtzeitig kamen wir also noch kurz vor 00:00 Uhr an, als gerade Christina Aguilera auftrat. 

00:00 Uhr

Die folgenden Minuten sind mir nur schleierhaft in Erinnerung, denn mit dem was jetzt kam, hatte ich nach diesem Tag nie im Leben gerechnet. Es war kurz vor Mitternacht und der Countdown ging los. Ich starrte auf den Countdown als um 00:00 Uhr mein absoluter Lieblingssong über New York gespielt wurde - New York, New York von Frank Sinatra. Ich habe mich immens gefreut und gebannt dem Lied gelauscht und bemerkte nur im Augenwinkel, dass David irgendetwas am Boden machte - das alles passierte innerhalb weniger Sekunden. Ich, Realistin wie ich bin, dachte, er würde etwas aufheben. Aber nein.

 

Er kniete da mitten in Manhattan am nassen Boden im strömenden Regen, sah mich an und nahm meine Hand. David stellte die Fragen aller Fragen und ich weiß nicht mehr was oder ob ich überhaupt etwas gesagt habe. Ich war komplett überfordert und überwältigt von der Situation. Grund genug für David, sich allmählich Sorgen zu machen, weil meinerseits nicht wirklich eine Antwort kam. Er stand auf, fragte mich leicht irritiert noch einmal und ich fragte, ob das denn wirklich ernst gemeint war. Natürlich war es das und er holte einen Plastikring von einer Flasche aus seiner Hosentasche, natürlich symbolisch. Ich musste lachen und sagte irgendwann endlich ja, als ich realisierte was da eigentlich passiert war. 

Das einzige Bild, das ich von diesem Abend habe.
Das einzige Bild, das ich von diesem Abend habe.

Wir gingen zurück in unser Hotelzimmer und allmählich dämmerte mir, dass wir nun verlobt waren. Wir waren noch sehr lange wach, um alles Revue passieren zu lassen. David erklärte mir, dass er schon länger darüber nachgedacht hatte, mich zu fragen, den Zeitpunkt aber spontan entscheiden wollte. Keiner wusste Bescheid und es gab auch absichtlich keinen Ring aber mehr dazu später. Er hatte den ganzen Tag darüber nachgedacht und sich letztlich spontan dafür entschieden, mich einfach zu fragen und den Tag, der ganz anders verlaufen war, als geplant, doch noch unvergesslich zu machen. Das ist ihm auf jeden Fall gelungen. Ich war einfach nur überglücklich und froh, so einen tollen Mann jetzt endlich meinen Verlobten nennen zu dürfen. 

Neujahr

Applejack Diner - 1725 Broadway

Das neue Jahr und die Ereignisse der vergangenen Nacht feierten wir mit einem ausgiebigen Frühstück in einem tollen Diner, nur ein paar Schritte von unserem Hotel entfernt. Es gab ganz klassische Gerichte wie Pancakes, French Toast, Bagels und Waffeln und das sogar bis Mitternacht. Es ist wirklich nicht allzu teuer, wobei hier ein Trinkgeld von automatisch 20% auf der Rechnung ausgewiesen ist, das also unbedingt beachten.

Der Ringkauf

David wusste, dass er - egal wo oder wann er mich fragen würde - keinen Ring dabei haben wird. Ich trage relativ wenig Schmuck und bin diesbezüglich sehr wählerisch. Er kennt mich sehr gut und beschloss deshalb, dass ich mir den Ring selbst aussuchen darf, was mich zu diesem Zeitpunkt total überforderte. Ich bin gerne vorbereitet aber darauf konnte ich mich ja nicht vorbereiten. Wir waren nach dem Antrag noch lange auf und redeten auch über einen Ring und da fiel mir auf, dass ich mir über so etwas noch nie Gedanken gemacht habe. 

 

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg, um uns einige Ringe anzuschauen. Am 1. Jänner hat eigentlich alles wie gewohnt offen, im Gegensatz zu Österreich, jedoch öffneten die Geschäfte ein bisschen später als sonst. 

 

Um uns einen Überblick zu verschaffen, gingen wir in die riesige Schmuckabteilung vom Macy´s und schauten uns die vielen Verlobungsringe an. Sonderlich gut beraten wurden wir dort nicht, was aber nicht so schlimm war, denn dort hätten wir sowieso keinen gekauft.

 

Als nächstes gingen wir zu einem Juwelier ganz in der Nähe. Unsere Verkäuferin war wirklich äußerst zuvorkommend und half mir langsam aber sicher herauszufinden, in welche Richtung es gehen sollte. Ich wusste mittlerweile, dass der Ring dezent sein musste, passend zu meinem Stil und es nur ein bisschen funkeln soll. Der Stein sollte eckig - das gefiel mir besser als runde Steine - und sehr klein sein. Sie zeigte mir viele wunderschöne Ringe mit tollen Diamanten. Sie gefielen mir, aber nicht an meiner Hand, weil die Steine einfach zu groß waren. Ich habe sehr kleine Hände und nicht die längsten Finger und wollte nicht, dass der Ring so mächtig wirkt. 

 

Die Verkäuferin fragte mich, woher wir eigentlich kommen, weil sie diese Wünsche so noch nie gehört hatte. Normalerweise möchten Frauen einen so großen Ring wie möglich als Verlobungsring haben. Sie erzählte uns, dass ein Verlobungsring in Amerika einfach groß ist. Man soll gleich sehen, dass eine Frau verlobt ist und deshalb sind typische Verlobungsringe eigentlich ab 1 Karat erhältlich. Kleinere und dezente Diamantringe, so wie wir einen suchten, waren hierzulande eigentlich keine "richtigen" Verlobungsringe sondern sogenannte "promise rings", die ein Versprechen zwischen einem Paar symbolisieren sollen und die man sich vor einer Verlobung schenkt. Uns war eigentlich egal unter welche Kategorie der Ring hier eingeordnet wird, er sollte einfach schön sein und mir gefallen. Wir begaben uns also zu diesen Ringen und prompt hatte ich schon 2 sehr dezente Ringe in Weißgold im Visier. Nachdem wir schon über eine Stunde in dem Geschäft waren, war ich mittlerweile etwas erschlagen von all den Eindrücken und wollte zunächst noch Mittagessen gehen, um mich dann in Ruhe zwischen den Ringen entscheiden zu können.

Tiffany

Es kam wieder alles anders, als ich gedacht habe.

 

David war unschlüssig und schlug vor, dass wir uns noch bei Tiffany umschauen. Ich war eigentlich dagegen, da ich mich dort nicht in einen Ring verlieben wollte, um dann zu erkennen, das er viel zu teuer ist. Es war schon länger ein Traum von mir, etwas von Tiffany zu besitzen - nie kam mir aber in den Sinn, dass das ein Verlobungsring sein könnte. Schlussendlich überzeugte mich David und wir machten uns auf den Weg.

 

Wir fuhren zum großen Flagship-Store an der Fifth Avenue und begaben uns in die Etage für Engagement Rings und Diamanten. Alles funkelte und glitzerte und ich war überwältigt. Wir bekamen etwas zu trinken, durften uns setzen und eine nette Verkäuferin fragte, welche Vorstellungen wir hatten. Ich erklärte ihr meine Wünsche und es gab eigentlich nur 3 dezente Diamantringe, die in Frage kamen, wobei ich 2 davon auf Anhieb schön fand. Der Ring, der mir am besten gefiel war aus Platin, der Diamant hatte die perfekte Größe, war eckig und hatte einen Princess Cut. Ich verliebte mich in diesen Ring und war gleichzeitig unsicher, ob er denn eigentlich in Frage kommen würde, aufgrund des Preises natürlich. Ich wollte nicht, dass David so viel Geld für einen Ring ausgibt.

 

Es stellte sich heraus, dass der Ring in Davids Budget war und somit war es für ihn eigentlich beschlossene Sache. Mir war klar, dass er um einiges mehr kostete als der Ring vom Juwelier davor und redete noch einmal allein mit David, um ihm zu erklären, dass das viel zu teuer war. Er war aber von der Qualität überzeugt, immerhin war der Ring aus Platin und der Diamant von hoher Qualität. Der Ring passte einfach perfekt und so verschwand David mit der Verkäuferin, um den Kauf in Ruhe abzuwickeln. 

Ich alte Romantikerin habe mir in meinen Träumen oft vorgestellt, einen Antrag mit einem Ring in einer kleinen blauen Box in New York zu bekommen - wie in einem Film eben. Aber dass dieser Traum auch wirklich wahr wird, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Den ganzen Tag über, schwebte ich auf einer rosa Wolke und konnte kaum glauben, dass ich nun offiziell mit dem Mann meiner Träume verlobt war.

Roosevelt Island Tramway - 59 Street Höhe 2nd Avenue

Später an diesem Tag machten wir uns auf den Weg zu einem Spot, den wir bei unserer letzten Reise schon besuchen wollten.

 

Die Roosevelt Island Tramway ist eine Seilbahn, die über den East River verläuft und von der aus man einen genialen Ausblick über Manhattan hat. Für die Fahrt nach Roosevelt Island benötigt man lediglich ein Ubahn-Ticket und wenn man die 7 Tage Metro Card hat, ist die Überfahrt quasi gratis.

 

Die Insel Roosevelt Island liegt zwischen Manhattan und Queens und ist nur knapp 3 Kilometer lang. Zur Insel gelangt man auch durch die Subway, mit der Seilbahn ist es aber natürlich definitiv ein cooleres Erlebnis. Die Überfahrt dauert ungefähr 4 Minuten und bietet einen wahnsinnig tollen Ausblick in die Häuserschluchten Manhattans, auf den East River und die Ed Koch Queensboro Bridge.

Roosevelt Island selbst ist relativ unspektakulär. Es ist aber toll, wenn man dem Trubel von Manhattan entfliehen möchte. Man kann dort entlang der Promenade spazieren gehen und in Ruhe die Skyline betrachten. 

Der restliche Tag in Bildern

Das war nun der erste Teil unserer Reise und ich hoffe, dass ihr abseits unserer Verlobungs-Story auch einige nützliche Infos für euch mitnehmen konntet. Teil 2 unserer Reise geht auch bald online, da könnt ihr euch über einen Bericht über Brooklyn, die Dyker Heights, das MoMa, das Nutella Café und vieles mehr freuen. Bleibt dran!

 

Eure Sarah :)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0